Weizen

Die Verarbeitung von Getreide

Die Getreideverarbeitung war früher mit harter körperlicher Arbeit verbunden. Heute werden hoch entwickelte Maschinen eingesetzt, die Zeit und Arbeitskräfte sparen.

Am Anfang steht der Einsatz von Mähdreschern, die gleich mehrere Arbeitsgänge ausführen: Sie mähen die Halme ab, transportieren sie anschließend über einen Kettenförderer zur Dreschtrommel, wo Stifte oder Schlagleisten die Körner aus den Ähren schlagen. Druckwind bläst Spelzen und Staub fort.

Das frisch gedroschene Korn wird meist mit einem Lkw oder mit der Bahn zur Mühle geliefert. Dort werden Qualität und Feuchtigkeit kontrolliert. Ist das Getreide zu feucht, muss es zusätzlich einem Trocknungsvorgang unterzogen werden. Das Getreide wird dann nach einer Vorreinigung in Getreidesilozellen eingelagert.

Vor der Vermahlung wird das Getreide noch einmal gründlich von Fremdkörpern (Strohteile, Unkrautsamen, Erde, Steinchen) gereinigt. Dazu durchlaufen die Getreidekörner eine Reihe von Maschinen. Unverdauliche Randschichten werden in einem Schälvorgang ausgesondert.

Ziel der weiteren Verarbeitung der Körner ist es, eine optimale Trennung von Schale und Mehlkern zu erreichen. Das Gedreidekorn wird im Walzenstuhl in mehreren aufeinander folgenden Arbeitsgängen zwischen geriffelten Walzen gemahlen, die sich gegengleich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit drehen.

Nach jedem Arbeitsgang kommt das Getreidemehl zum Sieben in einen Plansichter. Siebe mit unterschiedlichen Maschenweiten trennen die Mehlteilchen nach Größe und trennen sie zu gleich großen Partikeln.

In den aufeinander folgenden Phasen der Mahlvorganges entstehen verschiedene Mahlprodukte:

  • Schrot: grob zerkleinerte Körner
  • Kleie: Mahlprodukt aus den äußeren Schalenteilen des Korns
  • Grieß: schalenfreies, körniges Mahlprodukt
  • Dunst: feinkörniges Mahlprodukt, auch als "griffiges Mehl" bezeichnet
  • Mehl: pulvriges Mahl-Endprodukt, das je nach Ausmahlungsgrad mit Mehltypen bezeichnet wird. Type 405 bezeichnet das hellste Weizenmehl, Type 1700 ein Vollkornweizenmehl. Bei Roggenmehl beginnt die Skala mit Mehl Type 815 und endet bei Type 1800.